Tarifvertrag lokführer deutsche bahn

Die Verhandlungslandschaft im IT-Sektor (NACE 72) ist recht komplex. Es gibt keine allgemeine sektorale Vereinbarung und keinen Arbeitgeberverband für den gesamten IT-Sektor. Es gibt eine Reihe von Gewerkschaften, die behaupten, IT-Beschäftigte zu vertreten. Zwischen der IG Metall und ver.di gibt es große Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Gewerkschaft befugt ist, diese Branche zu vertreten. Infolgedessen haben beide Gewerkschaften versucht, eine Präsenz in diesem Sektor zu etablieren. In einigen Fällen sind AUCH IT-Mitarbeiter durch die IG BCE vertreten – insbesondere wenn sie in IT-Tochtergesellschaften von Chemieunternehmen tätig sind. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle hat in den medienverachtenden Medien in den letzten Jahren einige Beachtung gefunden. Besondere Bestimmungen zur Bekämpfung von Lohndiskriminierung und zur Förderung der Chancengleichheit wurden jedoch nicht in die in den letzten Jahren geschlossenen Tarifverträge aufgenommen. Tarifverhandlungen sind eine Angelegenheit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Der Staat mischt sich nicht in Tarifverhandlungen ein. Die Tarifverhandlungen unterliegen dem Tarifvertragsgesetz.

Im August 2007 plante die GDL einen Streik, nachdem Gespräche mit der Deutschen Bahn, dem größten deutschen Bahnbetreiber, wegen einer Reihe von Forderungen der Gewerkschaft gescheitert waren. Eine wesentliche Meinungsverschiedenheit war der Wunsch der GDL, ihre Mitglieder in Tarifverhandlungen zu vertreten, unabhängig von anderen Gewerkschaften, die das Personal in dieser Berufsgruppe vertreten. Die Handelsblatt-Wirtschaftszeitung verstand sofort die zentrale Bedeutung der umfassenden, 450-seitigen Vereinbarung und freute sich: “Endlich keine Streiks mehr!” Das Finanzpapier ließ sich von den 16 sehr detaillierten Einzelvereinbarungen nicht täuschen und wies sofort auf den zentralen Inhalt des Vertrages hin. Streiks sind bei der Bahn vertraglich bis September 2016 erlaubt, danach werden sie faktisch bis 2020 verboten. Insgesamt ist der Sektor weniger durch Tarifverhandlungen reguliert als der Rest der Wirtschaft, in der sektorale Tarifverhandlungen nach wie vor die vorherrschende Form sind. Wie oben angedeutet, ist die Situation jedoch sehr komplex. Mit dem neuen Vertrag verabschiedet die GDL die bereits getroffene Vereinbarung für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die bereits Ende Mai eine Vereinbarung mit der DB getroffen hatte. In den Fällen, in denen IT-Unternehmen noch Tochtergesellschaften großer Unternehmen der Kommunikations- und Metallindustrie sind, können sie noch unter die entsprechenden Vereinbarungen für diese Sektoren fallen, oder es können Vereinbarungen auf Unternehmensebene bestehen. Letzteres gilt beispielsweise für die Deutsche Telekom, die mit ver.di Tarifverträge abgeschlossen hat. Andere wie das große SAP-Unternehmen fallen unter keinen Tarifvertrag. Dasselbe gilt wahrscheinlich auch für viele kleine Unternehmen in diesem Sektor.

Die Gesamtzahl der Unternehmen, die Vereinbarungen auf Unternehmensebene haben, ist unbekannt. Es liegen auch keine Daten über die Verhandlungsabdeckung in diesem Sektor vor. Der Präsident der BDA, Dieter Hundt, sagte in einem Interview, ein gesetzlicher Mindestlohn würde die Absicht der Regierung “Agenda 2010” (DE0311101N) auf den Kopf stellen.